VIII.
Christus fuhr als Erstling der Entschlafenen in den Himmel
auf
Nach diesen Ausführungen ist leicht einzusehen, daß Christus
der Erstgeborene von den Toten ist. Da die menschliche
Natur in der Zeit noch nicht zum Größten gelangt und
nicht, wie in Christus, dem Unvergänglichen und Unsterblichen
vereint gewesen war, konnte niemand vor ihm auferstehen.
Denn alle waren machtlos, bis daß jener kam, der
sagte: «Ich habe die Macht, mein Leben hinzugeben und
wieder zu nehmen.» In Christus, dem Erstling der Entschlafenen,
nahm die menschliche Natur Unsterblichkeit an. Es
gibt aber nur eine unteilbare Menschheit und eigengestaltliche
Wesenheit aller Menschen, durch die alle Einzelnen unter
sich zahlenmäßig verschiedene Menschen sind; infolgedessen
ist Christus und allen anderen Menschen ein und dieselbe
Menschheit eigen, während die zahlenmäßige Unterscheidung
der Individuen unvermischt erhalten bleibt.
[p.475] Daraus wird offenbar, daß die Menschheit aller Menschen,
die zeitlich vor oder nach Christus waren oder sein werden,
in ihm mit Unsterblichkeit bekleidet wurde. Der Verstand
darf daher schließen: Christus der Mensch ist auferstanden.
Deshalb werden nach Vollendung aller zeitlich vergänglichen
Bewegung durch ihn alle Menschen auferstehen, um
für immer unvergänglich zu sein.