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Übersetzung Gliederung
227142.15Capitulum VIII. 
Christus primitiae dormientium caelos ascendit. 
Ostensis hiis facile est videre Christum primogenitum ex mortuis 
esse. Nemo enim ante ipsum resurgere potuit, quando humana natura 
nondum in tempore ad maximum perveniens incorruptibilitati et 
142.20immortalitati, uti in Christo, unita fuit. Omnes enim impotentes 
erant, quousque veniret ille, qui ait: «Potestatem habeo ponere ani- 
mam meam et iterum sumere.» Induit igitur in Christo humana 
natura immortalitatem, qui et primitiae dormientium. 
Non est autem nisi una indivisibilis humanitas et omnium homi- 
142.25num specifica essentia, per quam omnes particulares homines sunt 
homines inter se numeraliter distincti, ita ut eadem etiam humanitas 
sit Christi et omnium hominum, distinctione numerali individuorum 
inconfusa remanente. Hinc manifestum est omnium hominum, qui 
tem|poraliter ante aut post Christum fuerunt aut erunt, humanitatem fol.29v
in Christo immortalitatem induisse. Quapropter patet rationem hanc 
143.5concludere: Christus homo resurrexit. Hinc omnes homines resurgent 
per ipsum post omnem temporalis corruptibilitatis motum, ut sint 
perpetuo incorruptibiles. 
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VIII.
Christus fuhr als Erstling der Entschlafenen in den Himmel
auf

Nach diesen Ausführungen ist leicht einzusehen, daß Christus
der Erstgeborene von den Toten ist. Da die menschliche
Natur in der Zeit noch nicht zum Größten gelangt und
nicht, wie in Christus, dem Unvergänglichen und Unsterblichen
vereint gewesen war, konnte niemand vor ihm auferstehen.
Denn alle waren machtlos, bis daß jener kam, der
sagte: «Ich habe die Macht, mein Leben hinzugeben und
wieder zu nehmen.» In Christus, dem Erstling der Entschlafenen,
nahm die menschliche Natur Unsterblichkeit an. Es
gibt aber nur eine unteilbare Menschheit und eigengestaltliche
Wesenheit aller Menschen, durch die alle Einzelnen unter
sich zahlenmäßig verschiedene Menschen sind; infolgedessen
ist Christus und allen anderen Menschen ein und dieselbe
Menschheit eigen, während die zahlenmäßige Unterscheidung
der Individuen unvermischt erhalten bleibt.

[p.475] Daraus wird offenbar, daß die Menschheit aller Menschen,
die zeitlich vor oder nach Christus waren oder sein werden,
in ihm mit Unsterblichkeit bekleidet wurde. Der Verstand
darf daher schließen: Christus der Mensch ist auferstanden.
Deshalb werden nach Vollendung aller zeitlich vergänglichen
Bewegung durch ihn alle Menschen auferstehen, um
für immer unvergänglich zu sein.
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