III.
Der Ursprungsort der Mut-Maßungen
Wie die wirkliche Welt aus dem unendlichen göttlichen
Wesenssinn, so müssen die Mut-Maßungen aus unserem
Geist hervorgehen. Da nämlich der menschliche Geist, das
erhabene Abbild Gottes, an der Fruchtbarkeit der schöpferischen
Natur, soweit es ihm möglich ist, teilhat, bringt er
aus sich selbst, dem Abbild der allmächtigen Gestalt, in der
Ähnlichkeit des Seienden Vernunftgebilde hervor. So ist
der menschliche Geist die Gestalt der mut-maßlichen Welt,
so wie der göttliche die der wirklichen ist. Aus diesem
Grund ist die Einheit des menschlichen Geistes die Seiendheit
seiner Mut-Maßungen, so wie jene absolute göttliche
Seiendheit alles ist, was in jedem, das ist, ist.
Wie aber Gott alles um seiner selbst willen bewirkt, auf
daß er zugleich der vernünftige Anfang und das Ende von
allem sei, so geschieht auch die Ausfaltung der verständigen
Welt, die von unserem einfaltenden Geist ausgeht, um seiner
schöpferischen Kraft willen. Je gründlicher er sich in
der von ihm selbst entfalteten Welt betrachtet, um so reichlicher
wird er in sich selbst befruchtet; sein Ziel ist ja der
unendliche Wesenssinn, in dem allein er sich so erblickt,
wie er ist, da er allein das Wesensmaß für alle darstellt.
Zur Verähnlichung mit ihm erheben wir uns um so mehr, je
weiter wir unseren Geist, dessen einzige lebendige Mitte
jener ist, vertiefen. Das ist der Grund, warum wir in natürlicher
Sehnsucht nach dem uns vervollkommnenden Wissen
streben.