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Böhme: Es wird wohl möglich sein, in allem, was bisher
besprochen wurde, Einmut zu erzielen. Beim Opfer hingegen
dürfte es sehr schwierig sein. Wir wissen nämlich, daß die
Christen die Darbringung von Brot und Wein als Sakrament
der Eucharistie nicht aufgeben können, um den andern zu
Gefallen zu sein, da dieses Sakrament von Christus eingesetzt
ist. Daß jedoch die übrigen Nationen, die den Brauch
eines solchen Opfers nicht kennen, diese Art des Opfers
annehmen werden, ist nicht leicht zu glauben, vor allem, da
sie sagen, es sei unvernünftig, an die Umwandlung des
Brotes in das Fleisch Christi und des Weines in sein Blut zu
glauben, und anschließend das Geheiligte zu verschlingen.
Paulus: Dieses Sakrament stellt nichts anderes dar als
daß wir aus Gnade die Erquickung ewigen Lebens in
Christus erlangen; ähnlich wie wir in dieser Welt durch Brot
und Wein gelabt und gestärkt werden. Wenn wir also
glauben, daß Christus die Speise des Geistes ist, dann
empfangen wir ihn unter den Gestalten, die den Körper
speisen. Und da es notwendig ist, im Glauben darin übereinzustimmen,
daß wir die Speisung des geistigen Lebens in
Christus erlangen, warum sollen wir dann nicht sichtbar
zeigen, daß wir an das Sakrament der Eucharistie glauben?
Es ist zu hoffen, daß in dieser Welt alle Gläubigen durch
den Glauben jene Speise kosten mögen, die in Wahrheit die
Speise unseres Lebens in der andern Welt sein wird.