e-mailinfo
Sie sind hier:ÜBERSETZUNGEN → Dupré → TextÜbersetzung mitlaufen lassen
Übersetzung Gliederung
91 Capitulum I. 
Correlaria praeambularia 
ad inferendum unum infinitum universum. 
Proderit plurimum doctrinae ignorantiae correlaria praeambu- 
61.5laria ex principio nostro praemitti. Praestabunt enim quandam 
facilitatem ad infinita similia, quae pari arte elici poterunt, 
et dicenda facient clariora. 
Habuimus in radice dictorum in excessis et excedentibus ad maxi- 
mum in esse et posse non deveniri. Hinc in prioribus ostendimus 
61.10praecisam aequalitatem solum Deo convenire. Ex quo sequitur omnia 
dabilia praeter ipsum differre. Non potest igitur unus motus cum alio 
aequalis esse nec unus alterius mensura, cum mensura a mensurato 
necessario differat. 
Haec quidem, etsi ad infinita tibi deserviant, tamen si ad astro- 
61.15nomiam transfers, apprehendis calculatoriam artem praecisione care- 
re, quoniam per solis motum omnium aliorum planetarum motum 
mensurari posse praesupponit. Caeli etiam dispositio, quoad qualem- 
cumque locum sive quoad ortus et occasus signorum sive poli eleva- 
tionem ac quae circa hoc sunt, praecise scibilis non est. Et cum nulla 
61.20duo loca in tempore et situ praecise concordent, manifestum est 
iudicia astrorum longe in sua particularitate a praecisione esse. 
De docta ignorantiaPURL anzeigen
I.
Einleitende Ausführungen
zur Einführung des einen, unendlichen Gesamt

Es wird der Wissenschaft der Unwissenheit in vielem nützen,
einleitende Ausführungen auf Grund unseres Prinzips vorherzuschicken.
Sie werden uns nämlich eine gewisse Leichtigkeit
für unzählige ähnliche Dinge verleihen, die in derselben
Art gewonnen werden können und das zu Sagende deutlicher
machen.

[p.315] Das bisher Gesagte wurzelt im Gedanken, daß man im
Ausgegangenen und Ausgehenden zum Größten in Sein
und Können nicht gelangt. Daher haben wir vorher gezeigt,
daß die genau abgegrenzte Gleichheit nur Gott
zukommt. Daraus folgt, daß alles, was gegeben werden
kann, ihm gegenüber unterschieden ist. Es kann keine Bewegung
geben, die mit einer anderen gleich oder das Maß
einer anderen wäre, da das Maß vom Gemessenen unterschieden
sein muß.

Wenn dies auch für unendlich viele Dinge gilt, so begreift
man, daß, sobald man es auf die Astronomie überträgt,
die Rechenkunst der genauen Abgrenzung entbehrt, weil
diese voraussetzt, daß durch die Bewegung der Sonne die
Bewegung aller anderen Planeten gemessen werden könne.
Aufbau und Ordnung des Himmels kann man nicht genau
erkennen; um welchen Ort auch es sich handeln mag, ob um
Aufgang und Niedergang der Sternbilder, die Elevation des
Poles oder was es sonst diesbezüglich gibt. Und da niemals
zwei Orte in Zeit und Lage genau zusammenstimmen, ist
offenbar, daß Aussagen über Gestirne in ihrer Partikularität
von einer genauen Bestimmung weit entfernt sind.
Band 1PURL anzeigen