I.
Einleitende Ausführungen
zur Einführung des einen, unendlichen Gesamt
Es wird der Wissenschaft der Unwissenheit in vielem nützen,
einleitende Ausführungen auf Grund unseres Prinzips vorherzuschicken.
Sie werden uns nämlich eine gewisse Leichtigkeit
für unzählige ähnliche Dinge verleihen, die in derselben
Art gewonnen werden können und das zu Sagende deutlicher
machen.
[p.315] Das bisher Gesagte wurzelt im Gedanken, daß man im
Ausgegangenen und Ausgehenden zum Größten in Sein
und Können nicht gelangt. Daher haben wir vorher gezeigt,
daß die genau abgegrenzte Gleichheit nur Gott
zukommt. Daraus folgt, daß alles, was gegeben werden
kann, ihm gegenüber unterschieden ist. Es kann keine Bewegung
geben, die mit einer anderen gleich oder das Maß
einer anderen wäre, da das Maß vom Gemessenen unterschieden
sein muß.
Wenn dies auch für unendlich viele Dinge gilt, so begreift
man, daß, sobald man es auf die Astronomie überträgt,
die Rechenkunst der genauen Abgrenzung entbehrt, weil
diese voraussetzt, daß durch die Bewegung der Sonne die
Bewegung aller anderen Planeten gemessen werden könne.
Aufbau und Ordnung des Himmels kann man nicht genau
erkennen; um welchen Ort auch es sich handeln mag, ob um
Aufgang und Niedergang der Sternbilder, die Elevation des
Poles oder was es sonst diesbezüglich gibt. Und da niemals
zwei Orte in Zeit und Lage genau zusammenstimmen, ist
offenbar, daß Aussagen über Gestirne in ihrer Partikularität
von einer genauen Bestimmung weit entfernt sind.