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Lateinische Gliederung
Übersetzung Gliederung
109IX. Aenigma licet remotum benedictae trinitatis. 
Oportet in istis ad aenigma recurri, quousque habeamus intellec- 
tum exercitatum: Vidi aquam magnam inter rotundas ripas sine alte- 
rius aquae influxu et effluxu semper eiusdem quantitatis habentem 
5in circuitu fecundas arbores, segetes et prata, et rustici prope habitan- 
tes non sufficiebant laudare aquam, qua nullam putabunt dari melio- 
rem. Admirabar, quomodo non minueretur et exsiccaretur, cum 
non viderem rivulum in ipsam fluentem, et cur non putresceret, quia 
stagnalis apparuit. Accessi propius et subtiliori consideratione diu 
10habita comperi in medio fontem apparere, et hoc ex flumine, qui 
efflui de centro videbatur, sic esse iudicavi et dixi: Haec forte est 
ratio, cur haec aqua numquam minuitur, quamvis arboribus et semini- 
bus atque herbis praestet, unde vegetentur, quia vivus fons non sinit 
ipsam imminui et quamvis sit stagnalis inter ripas, tamen continue 
15innovat se ipsam, quia procedit ex fonte et fluvio fontis. Non igitur 
putrescit nec corrumpitur, quia non antiquatur, sed semper ex fecun- 
ditate fontali innovatur. Unde vidi ipsam aquam esse fontem, fluvium 
et stagnum et hoc aequaliter, quia non magis fons quam fluvius et 
stagnum, et in stagno fluvium et fontem, nec tamen fons fuit fluvius 
20vel stagnum, nec fluvius, fons vel stagnum, nec stagnum, fons vel 
fluvius. Nec haec vidi nisi intellectualiter considerans fontem de se 
generare fluvium. Ideo fons et fluvius differunt ut generans et geni- 
tum sive ut pater et filius; nec stagnum potest esse fluvius vel fons, 
a quibus procedit. 
Cribratio AlkoraniPURL anzeigen
[p.425] 9.
Ein wenn auch nur entfernt ähnliches Bild der heiligen Dreieinigkeit

Bis wir in diesen Dingen eine Geistesgewandtheit haben, müssen wir zu einem Bilde () unsere Zuflucht nehmen.

Ich sah zwischen runden Ufern ein großes Wasser, ohne Zu- und Abfluß eines andern Wassers, immer von gleicher Quantität und ringsum fruchttragende Bäume, Saatfelder und Wiesen; das Landvolk, das hier wohnte, konnte das Wasser nicht genug loben als das beste, das es gebe. Ich wunderte mich, daß es sich nicht verminderte, nicht austrocknete und nicht sumpfig wurde, da doch kein Bächlein einen Zufluß brachte. Ich trat näher und bei sorgfältiger Untersuchung fand ich, in der Mitte sei eine Quelle, die aus einer Strömung, die vom Zentrum zu kommen schien, herrühre, und dachte: Das ist wohl der Grund, warum sich dieses Wasser nie vermindert, während es doch der ganzen Umgebung Vegetation bereitet. Wiewohl es an den Ufern hin stagniert (stille steht), so erneuert es sich doch beständig, weil es aus einer Quelle hervorkommt. Das Wasser war also Quelle, Fluß (Strömung) und Stagnation (stille Wasser) und zwar gleichmäßig, weil es das eine nicht mehr als das andere war. Im stillstehenden Wasser sah ich die Strömung und die Quelle, doch war die Quelle nicht die Strömung noch das Stillstehende, die Strömung nicht die Quelle noch das Stillstehende, das Stillstehende nicht die Quelle noch die Strömung. Ich begriff dies aber erst, als ich geistig die Quelle aus sich die Strömung hervorbringen sah. Beide differieren also wie der Erzeuger und das Erzeugte, wie Vater und Sohn. So kann auch das Stillstehende nicht der Fluß oder die Quelle sein, aus welchen es hervorgeht.

ScharpffPURL anzeigen